Frauen in die Verantwortung!

Gender Diversity bringt nicht nur den Frauen etwas

Gender Diversity ist in Deutschland seit Jahren ein Thema. Einiges wurde bereits unternommen wie etwa die Einführung einer gesetzlichen Frauenquote für Aufsichtsräte. Dennoch sind Frauen im Management nach wie vor stark unterrepräsentiert, obwohl der wirtschaftliche Erfolg gemischt-geschlechtlicher Führungscrews von zahlreichen Studien belegt wird. Die Ursachen sind vielfältig. Ein Umdenken ist dringend erforderlich, denn Analysen bescheinigen Frauen bei sozialen Führungseigenschaften grosse Stärken. Diese sind im Zeitalter der digitalen Transformation für Unternehmen von besonderer Bedeutung.

Wandel der Führungskultur

Märkte innovieren heute viel schneller als noch vor zehn Jahren. Dauerhafter Erfolg ist nur durch ständige Innovation möglich. Gleichzeitig müssen Unternehmen mit der Komplexität der Märkte und der fortschreitenden Digitalisierung umgehen können. Um mit dieser Entwicklung Schritt zu halten, wird sich die Führungskultur ändern. Die rein auf Autorität und Durchsetzungsstärke basierenden Führungsstile, die hierarchisch den Kurs vorgeben, sind zu träge. Zudem werden sie den Forderungen junger Fachkräfte in Bezug auf Anerkennung, Sinnhaftigkeit und Freiraum nicht gerecht. Im Wettbewerb um Innovation und Talente müssen moderne Führungskulturen deshalb zukünftig stärker auf flexible Netzwerkstrukturen setzen, Mitarbeitern mehr Eigenverantwortung gewähren oder durch Wertschätzung ihre Motivation fördern. Soziale und emotionale Kompetenzen gelten daher als Führungskompetenzen der Zukunft.

Weibliche Stärken in der Führung

Diese neue Art der Zusammenarbeit verlangt nach einem höheren Abstimmungsaufwand, einem harmonischen Ausgleich verschiedener Interessen und einer guten Moderation von Konflikten. Und hier haben Frauen oft die Nase vorn. Weibliche Führungskräfte verfügen gemäß einer Studie von Korn Ferry (2016) beim Einfühlungsvermögen, beim Coaching, der Mitarbeitermotivation, der Teamfähigkeit oder im Konfliktmanagement über hervorragende Voraussetzungen für die Arbeitswelt 4.0. Unternehmen tun also gut daran, Frauen in ihren Reihen zu fördern.Ist das Zeitalter weiblicher Leader also gekommen? Nur knapp 30 % der Manager in Deutschland sind weiblich. Im Vorstand mittelständischer Unternehmen ist nur jede fünfte Position mit einer Frau besetzt, in Dax-Konzernen sogar nur jede zehnte (E&Y 2017). Die Gründe hierfür sind vielschichtig. Sie liegen im weiblichen Verhalten und in den Voraussetzungen begründet, die Frauen in Firmen antreffen.